Verein der Haus- und Grundeigentümer Groß-Duisburg e.V. Duisburger Haus- und Grundbesitzer GmbH

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Fahrzeugschaden durch Dachlawine: Eigentümer wurde entlastet


Besteht keine generelle Verpflichtung zur Anbringung von Schneefanggittern, so müssen Hausbesitzer in der Regel nicht für durch Dachlawinen verursachte Schäden aufkommen (Az. 438 C 12642/134).
In dem Rechtsstreit ging es um einen fast dreieinhalb Jahre zurückliegenden Vorfall. Die Klägerin hatte ihren PKW in der Nacht vom 30. auf den 31.12.2010 in Hannover vor dem Haus des Beklagten geparkt. Dumm nur, dass genau in dieser Nacht eine Schneelawine vom Dach des Hauses stürzte und das Fahrzeug unter sich begrub. Bei dem Zwischenfall wurden die Dachhaut, der Dachhimmel und die Frontscheibe des PkW der Klägerin schwer beschädigt. Die Reparaturkosten betrugen fast 2.400 Euro.
Die Fahrzeugbesitzerin verklagte den Eigentümer des Gebäudes auf Zahlung von Schadenersatz. Ihr Argument: Dieser wäre angesichts der herrschenden Witterungsverhältnisse dazu verpflichtet gewesen, ein Schneefanggitter an dem Dach anzubringen oder zumindest durch das Aufstellen eines Schildes vor den Gefahren durch Dachlawinen zu warnen. Ohne Erfolg!
Das Amtsgericht Hannover wies die Klage als unbegründet zurück. Nach Ansicht des Gerichts kann dem beklagten Gebäudebesitzer keine Verletzung der ihm obliegenden Verkehrssicherungspflicht vorgeworfen werden. Denn in Hannover gibt es keine generelle Verpflichtung zur Anbringung von Schneefanggittern. Derartige Maßnahmen sind weder gesetzlich vorgeschrieben, noch in der Stadt an der Leine oder in Duisburg ortsüblich. Aus diesem Grund war der Beklagte auch nicht dazu verpflichtet, Warnschilder aufzustellen.
Das Gericht gab allerdings zu bedenken, dass sich das ändern könnte. Denn sollten die extremen Schneeverhältnisse, wie sie im Winter 2010/2011 herrschten, in Zukunft eher zur Regel werden, so müsste über die Frage der Erforderlichkeit von Schneefanggittern künftig möglicherweise anders entschieden werden, so das Gericht.
Im konkreten Fall waren die extremen Witterungsverhältnisse nicht zu übersehen. Nach Ansicht des Gerichts hätte der Klägerin daher bewusst sein müssen, dass ihr Auto durch Dachlawinen gefährdet ist. Sie hätte sich daher überlegen müssen, es möglicherweise auf einen anderen, weniger gefährdeten Parkplatz abzustellen.
Bei manchen Versicherern sind die Schäden durch Dachlawinen inzwischen durch die Teilkaskoversicherung gedeckt: Im Schadenfall lohnt daher ein Blick in den Vertrag.

HuG Duisburg
Verein der Haus- und Grundeigentümer
Groß-Duisburg e.V.

- gez. Rechtsanwalt Armin Frenkert -